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Projektmanagement Modelle: Tipps für die Auswahl

Aktualisiert: 19. Sept. 2023


Eine Landkarte mit einem Kompass darauf.

Übersicht für Eilige:

  • Projekte erfordern die Auswahl des richtigen Projektmanagement Modells.

  • Die Klassifizierung von Projektmanagement Modellen hilft bei der Auswahl.

  • Projekte lassen sich in drei Typen unterteilen: Effizienz-, Wachstums- und Transformationsprojekte

  • Die Klassifizierungsmatrix berücksichtigt die Komplexität und Unsicherheit eines Projekts.

  • Modelle wie klassisches oder traditionelles Projektmanagement, agiles Projektmanagement, kontinuierliche Verbesserung, Programm-Management und Lean Startup/Ideation werden vorgestellt.

  • Die Wahl des Modells hängt von den Projekterfordernissen ab und beeinflusst den Projekterfolg.

  • Die Klassifizierung von Projekten bietet Orientierung und ermöglicht eine klare Kommunikation mit Stakeholdern.

 

Wenn es um Projekte geht, stehen uns eine Vielzahl von Projektmanagement Modellen bzw. Ansätzen zur Verfügung. Doch wie wählen wir das Modell aus, das am besten zu den spezifischen Anforderungen unseres Projekts passt? Wie setzen wir unser Projekt so auf, dass die Erfolgschancen möglichst groß sind? Hier kommt die Klassifizierung von Projektmanagement Modellen ins Spiel. Die Klassifizierung dient als Orientierungshilfe und unterstützt uns dabei, den für unsere spezifischen Projektanforderungen geeigneten Ansatz zu finden.


Warum ist die Klassifizierung von Projektmanagement Modellen wichtig?


Projekte unterscheiden sich in ihrer Komplexität, ihren Zielen und den zugrunde liegenden Rahmenbedingungen. Ein Ansatz, der für ein Projekt hervorragend geeignet ist, kann in einem anderen Kontext völlig ungeeignet sein. Die Klassifizierung von Projektmanagement Modellen bringt Struktur in diese Vielfalt und erleichtert damit den Auswahlprozess. So können wir fundiertere Entscheidungen zu treffen, die den spezifischen Anforderungen unseres Projekts gerecht werden.


Unterscheidung von Projekttypen:

Projekte lassen sich in drei grundlegende Typen einteilen:

Papierfetzen mit dem Wort Effizienzprojekte darauf

Diese Projekte zielen darauf ab, die Effizienz eines Unternehmens zu steigern. Typische Effizienzprojekte sind z.B. kontinuierliche Verbesserungen, Verfahrensoptimierungen oder IT-Upgrades.


Papierfetzen mit dem Wort Wachstumsprojekte darauf

Hier geht es um Projekte, die Wachstum und Expansion fördern. Sie beinhalten Investitionen in Bereiche, die über das Kerngeschäft hinausgehen, z.B. neue Produkte, neue Dienstleistungen, Firmenübernahmen, neue Software oder neue Vertriebs- und Absatzkanäle.

Papierfetzen mit dem Wort Transformationsprojekte darauf

Diese Projekte zielen darauf ab, die Zukunft einer Organisation durch radikale Innovation zu gestalten. Dazu gehören die Entwicklung neuer Technologien, die Einführung neuer Geschäftsmodelle oder die Umgestaltung ganzer Branchen.



Die Klassifizierungsmatrix für Projektmanagement Modelle


Die Klassifizierungsmatrix ordnet die verschiedenen Projektmanagement Modelle hinsichtlich der Komplexität und Unsicherheit eines Projekts.

Matrix mit den Achsen Unsicherheit und Komplexität zur Klassifizierung von Projektmanagement Modellen

Natürlich können die Anforderungen an ein Projekt auch bei Anwendung desselben Modells sehr unterschiedlich sein. Entscheidend ist, den Grad der Komplexität und Unsicherheit in einem Projekt zu erkennen, um dann den passenden Ansatz auszuwählen.

Es können prinzipiell auch hybride Vorgehensweisen verwendet werden. Das unterschlagen wir an dieser Stelle aber mal, um die Übersichtlichkeit zu wahren.


Übersicht verschiedener Projektmanagement Modelle


Bevor wir zu einer Einordnung der unterschiedlichen Modelle in die Klassifizierungsmatrix kommen, zunächst eine kurze Übersicht der einzelnen Modelle:


Klassisches Projektmanagement: Strukturierte Steuerung in stabilem Umfeld

Klassisches oder traditionelles Projektmanagement zeichnet sich durch eine detaillierte Struktur und einen umfassenden Projektplan aus. Es eignet sich besonders für Projekte mit klaren Zielen, begrenzter Unsicherheit und stabilem Umfeld. Der Projektumfang wird frühzeitig festgelegt und im Projektverlauf möglichst wenig verändert.


Agiles Projektmanagement: Flexibilität in einer sich verändernden Welt

Agiles Projektmanagement wurde entwickelt, um auf sich schnell ändernde Anforderungen und Unsicherheiten in IT-Projekten zu reagieren. Zentrale Aspekte sind Anpassungsfähigkeit und Bearbeitungsschleifen. Agiles Projektmanagement eignet sich besonders für Projekte, mit sich ändernden Anforderungen, die ein flexibles und schrittweises Vorgehen erfordern.


Kontinuierliche Verbesserung: Evolutionäre Entwicklung

Kontinuierliche Verbesserung konzentriert sich auf die schrittweise Optimierung bestehender Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen. Kleine Veränderungen führen im Laufe der Zeit zu großen Verbesserungen.


Programm-Management für Projekte: Koordinierte Integration

Programm-Management zielt darauf ab, die Koordination und Ausrichtung mehrerer miteinander verbundener Projekte zu optimieren, um gemeinsame Ziele zu erreichen.


Lean Startup und Ideation: Innovatives Prototyping und Validierung

Diese Ansätze fördern Innovationen, indem Prototypen schnell entwickelt und dann auf dem Markt getestet werden. Sie sind besonders nützlich, wenn ein hohes Maß an Unsicherheit und Risiko besteht.


Matrix mit den Achsen Unsicherheit und Komplexität zur Klassifizierung von Projektmanagement Modellen und unterschiedlichen Projektmanagement Modellen darin

Die Wahl des richtigen Projektmanagement-Ansatzes hängt stark von den spezifischen Anforderungen eines Projektes ab. Schon der Versuch einer Einordnung in die Matrix stößt einen Diskussionsprozess an und hilft, die Rahmenbedingungen, unter denen das Projekt durchgeführt wird, zu klären. Das haben wir bei der Projektmanagement Beratung regelmäßig festgestellt.

Damit die verschiedenen Arten des Projektmanagements nicht zu holzschnittartig bleiben, im Folgenden ein etwas detaillierterer Überblick über die Ansätze, garniert mit einigen Beispielen. Wer es eilig hat, kann natürlich auch gleich zum Fazit springen!


Die verschiedenen Projektmanagement Modelle: Mehr Details und Beispiele


Klassisches Projektmanagement: Strukturierte Steuerung in einem stabilen Umfeld

Klassisches oder traditionelles Projektmanagement basiert auf einer klar definierten Struktur und einem detaillierten Projektplan, der umfassend festgelegt ist. Dieser Ansatz eignet sich besonders für Projekte mit klaren Zielen, begrenzter Unsicherheit und stabilem Umfeld. Der Projektumfang wird frühzeitig festgelegt und im Projektverlauf möglichst wenig verändert.

Merkmale:

  • Klare Projektziele und Meilensteine sind definiert.

  • Der Projektplan enthält detaillierte Aufgaben, Ressourcenzuweisung und Zeitpläne.

  • Steuerung ist wichtig, um Abweichungen vom Plan zu minimieren.

  • Dokumentation und Controlling sind wesentliche Elemente.

  • Änderungen des Projektumfangs durchlaufen einen formalen Änderungsprozess und müssen in der Regel genehmigt werden.

Beispiele:

  1. Bau eines Bürogebäudes: Hier werden zu Beginn des Projektes der Projektumfang, die Anforderungen und der Zeitplan genau definiert. Dies ermöglicht eine effiziente Ressourcenplanung und eine kontrollierte Umsetzung.

  2. Herstellung eines Autos: In der Automobilindustrie werden klassische Projektmanagementmethoden eingesetzt, um jeden Schritt des Produktionsprozesses zu strukturieren. Dies ermöglicht den Herstellern, die Produktion zu optimieren und den Qualitätsstandard zu sichern.


Agiles Projektmanagement: Flexibilität in einer sich verändernden Welt

Agiles Projektmanagement wurde ursprünglich als Antwort auf die sich schnell ändernden Anforderungen und die Unsicherheiten in IT-Projekten entwickelt. Es betont Anpassungsfähigkeit und wiederholte Bearbeitungsschleifen oder Iterationen. Agiles Projektmanagement eignet sich gut für Projekte, bei denen sich die Anforderungen häufig ändern oder sich im Laufe des Projektes weiterentwickeln.

Merkmale:

  • Projektziele werden in Form von Anforderungen und User Stories definiert.

  • Die Arbeit erfolgt in kurzen Iterationen (Sprints), in denen Prototypen oder Teilergebnisse erstellt werden.

  • Kontinuierliche Kommunikation mit allen zentralen Stakeholdern ist essenziell.

  • Anforderungen werden in der Regel während des Projekts angepasst.

  • Flexibilität und schnelle Anpassung stehen im Vordergrund.

Beispiele:

  1. Softwareentwicklung: In der Softwarebranche wird agiles Projektmanagement, z.B. Scrum, genutzt. Es ermöglicht den Entwicklern, auf Kundenfeedback zu reagieren, indem regelmäßig Prototypen erstellt und Funktionen iterativ weiterentwickelt werden.

  2. Marketingkampagne: Bei der Planung und Durchführung von Marketingkampagnen kann agiles Projektmanagement helfen, flexibel auf sich ändernde Marktbedingungen und Kundenfeedback zu reagieren. Kampagnenstrategien werden in kurzen Abständen überprüft und angepasst.


Kontinuierliche Verbesserung: Evolutionäre Entwicklung

Kontinuierliche Verbesserung konzentriert sich auf die schrittweise Optimierung bestehender Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen. Sie basiert auf dem Konzept, dass kleine, inkrementelle Änderungen im Laufe der Zeit zu signifikanten Verbesserungen führen.

Merkmale:

  • Ständige Bewertung von Prozessen und Produkten.

  • Kleine Verbesserungen werden laufend umgesetzt.

  • Das Feedback von Mitarbeitern und Kunden fließt in die Optimierung ein.

  • Führungskräfte unterstützen und fördern eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung.

Beispiele:

  1. Produktionsprozesse: In der Fertigungsindustrie werden kontinuierliche Verbesserungsansätze wie Kaizen eingesetzt, um Produktionsprozesse zu optimieren, Verschwendung zu reduzieren und die Qualität zu steigern.

  2. Kundenservice: Unternehmen nutzen kontinuierliche Verbesserung, um den Kundenservice zu optimieren. Durch die Analyse des Kundenfeedbacks und die Anpassung der Supportprozesse kann die Kundenzufriedenheit gesteigert werden.


Programm-Management für Projekte: Koordinierte Integration

Programm-Management zielt darauf ab, die Koordination und Ausrichtung mehrerer miteinander verbundener Projekte zu optimieren, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Es ist ein strategischer Ansatz, der auf die Gesamtleistung des Programms und nicht nur auf einzelne Projekte abzielt.

Merkmale:

  • Mehrere Projekte werden als Teil eines übergeordneten Programms koordiniert.

  • Die Ressourcen werden effizient auf die verschiedenen Projekte verteilt.

  • Risiken und Abhängigkeiten zwischen Projekten werden identifiziert und gemanagt.

  • Die Kommunikation zwischen den Projektteams und Stakeholdern ist entscheidend.

Beispiele:

  1. Großprojekt im Energiesektor: Für den Bau eines neuen Kraftwerks sind verschiedene Projekte wie Standortvorbereitung, Genehmigung und Netzanschluss notwendig. Programm-Management stellt sicher, dass diese Projekte koordiniert ablaufen, um das Gesamtziel - das funktionsfähige Kraftwerk - zu erreichen.

  2. Einführung einer neuen Produktlinie: Wenn ein Unternehmen eine neue Produktlinie einführt, können verschiedene Projekte wie Produktentwicklung, Marketingkampagnen und Vertriebsstrategien beteiligt sein. Das Programm-Management hilft dabei, diese Projekte miteinander zu verknüpfen und sicherzustellen, dass die Produkteinführung erfolgreich verläuft.


Lean Startup und Ideation: Innovatives Prototyping und Validierung

Lean Startup und Ideation sind Ansätze, die darauf abzielen, Innovationen zu fördern, indem Prototypen schnell entwickelt und dann auf dem Markt getestet werden. Diese Ansätze sind besonders nützlich, wenn ein hohes Maß an Unsicherheit und Risiko besteht.

Merkmale:

  • Kreative Ideen werden entwickelt und mittels Prototypen umgesetzt.

  • Prototypen oder Minimal Viable Products (MVPs) werden am Markt getestet.

  • Feedback von Kunden und Nutzern fließt in die Weiterentwicklung ein.

  • Diese Ansätze sind risikofreundlich und ermutigen zum Experimentieren.

  • Anpassungen und Änderungen der Ausrichtung oder der Ziele des Projekts (Pivoting) sind Teil des Prozesses.

Beispiele:

  1. Technologie-Start-up: Ein Technologieunternehmen, das an einem neuen App-Konzept arbeitet, könnte Lean-Start-up-Prinzipien anwenden. Es würde schnell einen einfachen Prototyp erstellen, um die Benutzererfahrung zu testen, und dann auf der Grundlage des Feedbacks Änderungen vornehmen.

  2. Entwicklung neuer Dienstleistungen: Wenn ein Dienstleistungsunternehmen eine innovative Dienstleistung einführen möchte, könnte es den Ideation-Ansatz verwenden. Es sammelt Ideen von Mitarbeitern, Kunden und anderen Stakeholdern, wählt die vielversprechendsten Ideen aus und erstellt Prototypen, um deren Funktionalität zu testen.


Fazit: Die richtige Methode für den richtigen Kontext


Die Wahl des richtigen Projektmanagement Modells ist entscheidend für den Projekterfolg. Die Klassifizierung nach Komplexität und Unsicherheit bietet eine wertvolle Orientierungshilfe, um den erfolgversprechendsten Ansatz für Ihre Projekte zu identifizieren. Unabhängig von Ihrer Erfahrung im Projektmanagement: Nutzen Sie diese Klassifizierung, um Klarheit über die Anforderungen Ihres Projekts zu gewinnen und in den Dialog mit den zentralen Stakeholdern zu treten.

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