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Digitalisierungsprojekt meets Prozessoptimierung: Ein erfolgreiches Paar

Aktualisiert: 22. Juni 2023


Messbänder in unterschiedlichen Farben, deren Messbänder unterschiedlich weit herausgezogen sind.

„Ein schlechter Prozess ist nach der Digitalisierung ein schlechter digitalisierter Prozess!“

Wahrscheinlich kennen Sie den Satz. Oder die drastischere Variante davon. Trotzdem ist der Satz natürlich wahr.

Aber wie kann ich strukturiert vorgehen, so dass zum einen die Optimierung der Prozesse stattfindet und darauf aufbauend die für das Unternehmen wirtschaftlich interessantesten Digitalisierungsprojekte durchführt werden?


Produktionssysteme: Das große Ganze im Auge behalten


Die grundsätzliche Herausforderung bei Digitalisierungsprojekten und Prozessoptimierungen bzw. Operational Excellence ist: Man muss das große Ganze im Auge behalten, sonst besteht die Gefahr, dass an der falschen Stelle optimiert wird. Deshalb hier ein kurzer Blick auf einen Ordnungsrahmen, auf ganzheitliche Produktionssysteme.

Inhaltlich bezieht sich die folgende Beschreibung auf VDI-Richtlinie 2870.


Die inhaltsEbenen von Produktionssystemen


Ganzheitliche Produktionssysteme bestehen aus mehreren Ebenen:

Übersicht mit 4 Ebenen mit Symbolen und Texten zum Thema Produktionssysteme.


1. Ziele


Auf der obersten Ebene finden sich die Ziele.

Übersicht mit Symbolen und Text zu den Zielen von Produktionssystemen.

In einem guten Produktionssystem sind die zentralen Ziele abgestimmt und festgelegt. Langfristziele genauso wie Ziele mit einem kürzeren Zeithorizont. Zuerst werden die Ziele für übergeordnete Unternehmensbereiche bestimmt und diese dann für die jeweiligen Funktionsbereiche heruntergebrochen.


2. Unternehmensprozesse


Unterhalb der Zieleebene schaut man sich die Unternehmensprozesse an.

Übersicht mit Symbolen und Text zu den Unternehmensprozessen in Produktionssystemen.

Für ein Digitalisierungsprojekt muss z.B. entschieden werden, in welchem Bereich Prozesse digitalisiert werden sollen. Es muss dabei klar sein, wie die Digitalisierung auf die Zielerreichung des Unternehmens „einzahlt“.


3. Gestaltungsprinzipien


Die nächste Ebene des Produktionssystems ist die Ebene der „Gestaltungsprinzipen“.

Übersicht mit Symbolen und Text zu Gestaltungsprinzipien in Produktionssystemen.

Diese Prinzipien sind die Oberbegriffe für die Methoden und Werkzeuge, mit denen man bei der Prozessanalyse und der nachfolgenden Prozessoptimierung arbeitet. Die Gestaltungsprinzipien geben Struktur und stellen sicher, dass ein Gesamtsystem entsteht, das aufeinander abgestimmt ist. Natürlich hat die VDI-Richtlinie bei den Gestaltungsprinzipien das Rad nicht neu erfunden. Es gibt z.B. etliche Überschneidungen mit der Vorgehensweise im Bereich Lean Production und vieles ist auch typisch für Operational Excellence Projekte.


Das Grundprinzip ist die Vermeidung von Verschwendung. Auf der Basis der Verschwendungsvermeidung bauen weitere Prinzipien auf. Diese sind:

  • Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

  • Standardisierung

  • Null-Fehler-Prinzip

  • Fließprinzip

  • Pull-Prinzip

  • Mitarbeiterorientierung und zielorientierte Führung und

  • Visuelles Management

4. Methoden und Werkzeuge


Wie genau erfolgt jetzt die Prozessanalyse? Hier kommen die Methoden und Werkzeuge ins Spiel.

Übersicht mit Symbolen und Text zu den Methoden und Werkzeugen in Produktionssystemen.

Beide Begriffe gehören eng zusammen. Methoden sind standardisierte Vorgehensweisen, die einem Gestaltungsprinzip zugeordnet sind und die zum Erreichen der Unternehmensziele verwendet werden.

Ein paar Beispiele für Methoden:

  • Für das Gestaltungsprinzip „Standardisierung“ ist „5S“ eine Methode.

  • Für das „Null-Fehler-Prinzip“ sind Methoden beispielsweise das Ishikawa Diagramm, Poka Yoke oder die A3-Methode.

  • Für das Fließprinzip sind die Wertstromanalyse oder das Schnellrüsten gängige Methoden.

Damit die Erläuterung komplett ist, hier noch die Definition von „Werkzeug“: Es handelt sich laut VDI-Richtlinie um ein „standardisiertes, physisch vorhandenes Mittel“, das zur Anwendung oder Umsetzung der Methode erforderlich ist.

Dabei kann es sich um eine Papiervorlage handeln, um z.B. ein A3-Formular zu erstellen oder um bestimmte Software.


Nach der Prozessanalyse mit Hilfe von Methoden und Werkzeugen, können Sie jetzt eine systematische Prozessoptimierung durchführen.


Prozesse optimieren und digitalisieren: den großen Erfolgshebel ansetzen


Firmen, die im Zuge der Digitalisierung ihre Prozesse strukturiert betrachten, gewinnen doppelt. Zum einen durch optimierte Prozesse und zum anderen durch wirkungsvollere Digitalisierungsprojekte. Oft ist ein Digitalisierungsprojekt auch erst der Auslöser dafür, sich mit den Prozessen mal wieder im Detail zu beschäftigen.

Wenn Sie Ressourcen effizient einsetzen wollen, arbeiten Sie am besten systematisch an der Prozessoptimierung und der Digitalisierung. Ein Produktionssystem als Orientierungshilfe zu nutzen kann dabei sehr hilfreich sein.

Schlecht für die Akzeptanz von Digitalisierungsprojekten ist die Kombination aus Prozessoptimierung bzw. Operational Excellence und Digitalisierung auf keinen Fall!


Wie gehen Sie das Thema „Prozessoptimierung/ Operational Excellence vor oder gleichzeitig mit der Digitalisierung“ in Ihrem Unternehmen an? Und welche Erfahrungen haben Sie mit Produktionssystemen?

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